Filmofen

Riddick (2013)

24.09.2013

Inhalt:

Nach den Geschehnissen des zweiten Teils der “Riddick”-Saga ist der gesuchte Verbrecher Richard B. Riddick (Vin Diesel) Herrscher über die Necromonger. Doch in dieser Rolle fühlt sich Riddick schon bald nicht mehr wohl und will einfach nur auf seinen Heimatplaneten zurückkehren. Vaako (Karl Urban) ist der einzige, der weiß, wo dieser zu finden ist und will im Gegenzug den Platz des Lord Marshall. Doch er hintergeht Riddick und lässt ihn auf einem verlassenen Planeten aussetzen, auf dem er gegen die einheimischen Raubtiere ums Überleben kämpfen muss. Als einzigen Ausweg bleibt das Aktivieren eines Notsignals, das zwei Teams von Kopfgeldjägern anzieht, die alles daran setzen, erst mit Riddicks Kopf als Trophäe den Planeten wieder zu verlassen.

Review:

Sechs Jahre nach “Pitch Black” und zwei Jahre nach dessen Fortsetzung “Riddick - Chroniken eines Kriegers” sah es nicht so aus, als würde Universal noch einen weiteren Teil der “Riddick”-Saga produzieren. Doch für einen Cameo-Auftritt in “The Fast & the Furious - Tokyo Drift” wollte man Vin Diesel unbedingt haben, weshalb er die Chance dazu nutze, für eine kleine Szene im Tausch die Rechte am “Riddick”-Franchise zu fordern. Dies gab ihm die Möglichkeit, den dritten Teil unabhängig zu produzieren, sogar sein Haus setze er für den Film aufs Spiel.

Die Antwort auf die Frage, warum es dieses Risiko wert war, bleiben Hauptdarsteller und Produzent Vin Diesel und Regisseur und Drehbuchautor David Twohy, der sich auch für die anderen beiden Teile verantwortlich zeichnet, selbst nach dem Abspann noch schuldig. Setzte “Chroniken eines Kriegers” noch darauf, alles größer und epischer zu machen als sein Vorgänger, ist “Riddick” im krassen Gegenteil ein Rückschritt auf einen beschränkten Schauplatz mit einer kaum nennenswerten Handlung.

Das größte und allgegenwärtige Problem ist, dass der Film, der ein Science-Fiction-Überlebensactioner sein sollte, einfach nur kotzlangweilig ist. Man geht schließlich nicht ins Kino, um Vin Diesel die erste halbe Stunde über dabei zuzusehen, wie er einen CGI-Hund großzieht und zähmt. Mit der Ankunft der beiden Kopfgeldjäger-Teams wird es auch nur marginal interessanter. Statt der erhofften Action gibt es erst einmal ausladende Wortgefechte, die nicht gerade vor Intelligenz und Tiefsinn strotzen. Man sehnt sich alsbald die dialogfreie Stille der ersten 30 Minuten herbei. Auch das Verhalten der Figuren ist im Großen und Ganzen unglaublich dämlich. Da ist es auch kein Wunder, dass Riddick sich auf unerklärliche Weise immer überall anschleichen, seine Gegner überraschen und ohne größere Probleme ausschalten kann.

Doch die Action-Szenen sind reichlich spärlich gesäht und weder aufregend noch in irgendeiner Form beeindruckend, sie helfen kaum Abhilfe gegen die gähnende Langeweile zu schaffen, die jede Sekunde von “Riddick” durchzieht. Einen einzigen guten Moment gibt es relativ spät im Film, bevor die letzten 30 Minuten wie ein Remake von “Pitch Black” ablaufen und den Film zum lange herbeigesehnten Abschluss bringen. Jegliche Sympathie verspielt der Film spätestens dann, als unfassbar frauenfeindliche, homophobe, wohl witzig gemeinte Sprüche den einzig einigermaßen interessanten “Charakter” und Lichtblick des Films Dahl (Katee Sackhoff) in den Dreck ziehen und für Abscheu allen anderen gegenüber sorgen, inklusive Hauptfigur Riddick, der auch eine Vielzahl sexistischer Sprüche auf dem Lager hat.

Warum die Handlung über 120 Minuten ausgedehnt werden musste verstehe wer will. Es tut sich hier wahrlich nicht viel. Außer dem Hauptcharakter und einer weiteren Referenz lässt man alles fallen, was in den vorherigen Teilen vorkam, hier wird keine übergreifende Handlung vorangetrieben. Die Referenz an die anderen beiden Teilen ist darüber hinaus unglücklich gewählt, einerseits, da sich wohl kaum jemand an die Details der Vorgänger erinnern wird, wenn man sie denn überhaupt gesehen hat. Andererseits wird dieser Handlungsaspekt wenig befriedigend abgehandelt, sodass auch diejenigen, die es noch genau wissen, wenig begeistert sein werden.

Doch die letztlich entscheidende und unerklärliche Frage ist, warum es von diesem Franchise bereits drei Teile gibt. “Riddick” ist der seltene, vermutlich sogar einzige, paradoxe Fall, in dem die dazugehörigen Videospiele um Welten besser sind, als die Filme, auf denen sie basieren. Immerhin passt die Optik des jüngsten “Riddick”-Films dazu, es scheint, als wäre er komplett vor Green Screens in einem Studio gedreht und dann mit schlechten digitalen Effekten überpinselt worden.

Vin Diesel über 120 Minuten dabei zuzusehen, wie er strunzdumme Kopfgeldjäger und mehr oder weniger bedrohliche CGI-Kreaturen ausschaltet um irgendwann einmal von dem wüsten Planeten wegzukommen, ist in etwa so spannend wie das thematisch ähnliche Will Smith / M. Night Shyamalan Debakel “After Earth”. Die beiden würden immerhin ein gutes Double Feature zweiter beeindruckend gescheiterter Sci-Fi-Filme abgeben.

1/10